Pilze auf Kaffeesatz in Haus & Garten selber züchten

Kaffeesatz ist als Bioabfall viel zu schade, denn dieser eignet sich sehr gut als Pilzsubstrat, um Pilze im Haus übers ganze Jahr und auch in der Gartensaison im Freiland selbst zu züchten. Etwas Pilzbrut, ein Blumentopf und etwas Geduld und schon ernten Sie immer wieder edle Speisepilze aus Ihrem eigenen kleinen Pilzgarten.


So einfach geht es:

Sie benötigen einen sauberen Blumentopf aus Plastik oder aus Ton. Damit sich die Pilzzucht Erträge auch sehen lassen können, sollte das Mindestvolumen des Blumentopfes bei einem Liter liegen, aber 10 Liter auch nicht übersteigen.

Für die Anlage einer Pilzkultur werden ca. 10 % Volumenanteil Pilzbrut der gewünschten Pilzart benötigt. Wenn z.B. der Blumentopf ein Volumen von einem Liter fasst, beträgt die benötigte Menge an Pilzbrut mindestens 10% - also 100 ml, um ein sicheres und schnelles Einwachsen des Pilzmyzels zu garantieren, wobei mehr in diesem Fall immer besser ist. Als Pilzbrut kann Substrat-Pilzbrut oder Körner-Pilzbrut verwendet werden. Überschüssige Pilzbrut können Sie problemlos im Kühlschrank noch 2-3 Wochen lagern und für weitere Pilzkulturen verwenden.

Beim zu verwendenden Kaffeesatz ist unbedingt zu beachten, dass dieser nicht älter als 2-3 Tage sein darf, da sich nach einigen Tagen schnell Schimmelpilze auf ihm bilden können. Lang gebrühter Kaffeesatz, wie z.B. aus einer handelsüblichen Filterkaffeemaschine ist für die Pilzzucht am besten geeignet. Da durch den längeren Brühvorgang pilzwachstumshemmende Stoffe besser herausgelöst werden, kann das Pilzmyzel aus der Pilzbrut heraus das Kaffeesatz Pilzsubstrat schneller besiedeln als z.B. der Kaffeesatz aus Espressomaschinen, wo noch viele pilzwachstumshemmenden Inhaltsstoffe, sogenannte Bitterstoffe enthalten sind.

Wo bekommt man nun in so kurzer Zeit so viel Kaffeesatz her?

Keine Angst - Sie müssen deswegen nun kein Kaffeekränzchen veranstalten und die komplette Verwandt-, und Bekanntschaft einladen, denn im Text folgen noch einige Tipps zur Kaffeesatzbeschaffung:

Da sich die Pilzbrut bis zu 3 Wochen lagern lässt, können Sie Ihren Blumentopf mit der nach 2-3 Tagen anfallenden Menge an Kaffeesatz, welche Sie in dieser Zeit möglichst kühl und abgedeckt im Kühlschrank lagern immer wieder schritt-, bzw. schichtweise beimpfen, bis dieser komplett gefüllt ist.

So besiedelt das Pilzmyzel die einzelnen Schichten immer wieder schnell, sodass die darunterliegende schon fast durchwachsene Schicht das darauf liegende frische Kaffeesatz Pilzsubstrat von unten zusätzlich mit besiedelt. Nur durchmischt werden sollten die einzelnen Schichten auf keinen Fall, damit keine Verunreinigungen aus der darunterliegenden Schicht in die frische empfindliche undurchwachsene Schicht gelangen können.

Um den Arbeitsaufwand durch das mehrfache Einbringen einzelner Schichten zu minimieren, können Sie möglichst frischen, gerade abgekühlten Kaffeesatz auch einfrieren und die aufgetaute Gesamtmenge später in einem Arbeitsgang mit Pilzbrut beimpfen und zur Besiedlung in den Blumentopf geben.

Zum Einbringen der Pilzbrut wird der Kaffeesatz in eine saubere Schüssel gegeben. Mit sauberen Händen werden nun 10 % Volumenanteil der Pilzbrut in 1-3 mm große Stücke fein zerbröselt auf den Kaffeesatz gegeben und mit einem sauberen Löffel oder Gabel gründlich mit dem Kaffeesatz vermischt. Anschließend wird das so beimpfte Kaffeesatz-Pilzsubstrat in den Blumentopf gegeben. Decken Sie den Blumentopf mit einem Untersetzer, Alufolie oder Teller luftig ab und lagern diesen für eine schnelle Besiedlung bei mindestens 20 °C bis maximal 25 °C für insgesamt 2-4 Wochen, bis das grau weiße Pilzmyzel das Kaffeesatzsubstrat vollständig besiedelt hat.

Nun kann die Abdeckung entfernt werden und der Blumentopf mit der Pilzkultur wird an einem möglichst feuchten Ort im Keller oder Haus oder an einem schattigen Platz im Garten aufgestellt. Pilze bilden sich dann immer wieder, bei gegebenen Wachstumsbedingungen, bis die Nährstoffe im Kaffeesatzsubstrat aufgebraucht sind. Für die Kultivierung von Edelpilzen im Garten kann das fertig besiedelte Pilzsubstrat auch aus dem Blumentopf vorsichtig herausgestürzt und an einem schattigen Platz im Garten als Pilzbeet eingegraben werden, so dass die leckeren und gesunden Speisepilze immer wieder direkt aus dem Gartenboden oder Rasen sprießen. Der Phantasie, auch was die Kultivierungsgefäße anbelangt, sind hier keine Grenzen gesetzt. Zu beachten ist jedoch, wie bei allen Pilzkulturen, das diese nicht über 25 °C aufgestellt werden, keine Staunässe entsteht, genügend Luftfeuchte und Sauerstoff vorhanden sind.


Viel Spaß beim Pilze züchten wünscht Ihnen Pilzmännchen!



Pilze selbst züchten