Pilzanbau auf Baumstämmen



Für den Pilzanbau auf Holz benötigt man Laubholz das nicht älter als 5 Monate geschlagen sein darf. Verwenden Sie nur gesundes Holz ( kein Schimmelbefall). Es eignet sich fast jede Laubholzart. Am besten Eiche, Buche, Birke oder Pappel wobei der Härtegrad der Holzart die Durchwachs- aber auch die Erntezeit erhöht. Das Myzel durchwächst den Stamm am schnellsten in Faserrichtung. Deshalb eignet sich nach meinen Erfahrungen am besten die Schnittimpfmethode.
  1. Wässern Sie das Holz 1-2 Tage und lasssen Sie dieses noch einen weiteren Tag abtropfen.
  2. Bei der Schnittimpfmethode sägt man einen 1m langen Holzstamm mit mindestens 10cm Durchmesser entgegen der Faserrichtung so tief ein das noch Stabilität besteht und der Stamm bei späterem aufschlagen nicht zerbricht (ca.2/3 einsägen). Der Schnitt sollte breit genug sein um die Körnerbrut einfüllen zu können. Die Schnittbreite einer Kettensäge ergiebt ein gutes Maß. Verteilen Sie 3-4 Einschnitte wechselseitig auf dem Stamm.
  3. Zum Einfüllen der Brut dient ein kleines Hilfsmittel. Trennen Sie mit einem Büchsenöffner den Boden einer leeren Konservendose heraus. Drücken Sie ein Ende der Dose breit so das ein Trichter entsteht. Um Verunreinigungen der Brut zu mindern hilft nur "Hände waschen"! Stoßen Sie die Flasche ungeöffnet auf weichen Untergrund so lange auf bis sich die Brut in der Flasche löst. Schütteln Sie die Brut bis sich der größte Teil der Körner voneinander gelöst hat. Stopfen Sie nun mittels Trichter und einer Spachtel die Körnerbrut in die Einschnitte. Möglichst ohne Hohlräume bis der Einschnitt vollständig gefüllt ist.
  4. Verschließen Sie nun die Einschnitte mit Klebeband Wachs oder Schweinefett.
    Mit dem Verschließen wird verhindert das Fliegen oder andere Insekten die Brut vertilgen. Schimmelpilze können schlechter eindringen.
  5. Lagern Sie nun die Baumstämme bei mindestens 10 °C aber nicht mehr als 25°C für eine Dauer von 8-10 Wochen an einem feuchten Ort, so daß ein austrocknen verhindert wird. Die Stämme am besten mit feuchten Leinensäcken und Folie (mit Löchern versehen) abdecken.

    Wenn das Myzel den Stamm vollständig durchwachsen hat (an Impfstellen und Schnittstellen weißes Myzel), entfernen Sie Säcke und Folie.
    Sie können die Stämme nun an einem schattigen Ort lagern oder am besten zur Hälfte an einen schattigen Ort eingraben, somit ist gewährleistet, dass diese nicht austrocknen. Die Stämme dazu so halbieren, das diese nicht mehr als 25-30 cm aus der Erde schauen. Jedoch bei Trockenheit diese wässern. Die erste Ernte erfolgt je nach Bedingungen nach 5-18 Monaten. Ernten kann man 4-5 Jahre lang, bis zu max. 20% des Holzgewichtes.
Viel Erfolg !